Dienstag, 12. Juni 2007

Literaturrecherche (Bernd)


-Rat der Stadt Chemnitz 1296 – 1928 – u. a. Wein und Salzschank (1331 )
1543 – 1834; Kapitel II und III

-Renate Wißuwa: Die Entwicklung der Altstraßen im Gebiet des heutigen

Bezirkes Karl –Marx –Stadt von der Mitte des 14.Jahrhunderts.

Ein Beitrag zur Reko des Altstraßennetzes auf archäologischer Grundlage.

Ungedruckte Dissertation, Pädagogische Hochschule Dresden, 1987

-Aus dem Stadtarchiv Chemnitz, Heft 6, 24.4.2002, Renate Wißuwa: Die

Entwicklung der Chemnitzer Region im Verkehrsgefüge Sachsen.

Rainer Tippmann: „Funktionsorientierte neue Sicht auf …. ,als Beispiel einer

Allgemeinen Entwicklung an Fernstraßen.

Ingun Arnold: Universität Leipzig, Straßennamen der Stadt Chemnitz, Ein historischer

Überblick

Renate Wißuwa, Promotion A , an der PH Dresden

Ur-Oeder: Erste Kursächsische Landesaufnahme

Oeder – Zimmermann. Erste Landesvermessung des Kurstaates Sachsen von 1586 - 1607

Adametz,E, 1921, Alte und neue Verkehrswege über das Erzgebirge

In „Erzgebirgszeitung, Nr. 42, S. 8 -11,38 - 40, 7o – 71,93, 166 – 168

Arnold,R, 1979, Die Böhmischen Steige des mittleren Erzgebirges von der Mitte des

10.Jahrhunderts bis Mitte des 14.Jahrhunderts, Dresdner PH, Diplomarbeit ( unge-

druckt )

Bauer,H, 1985, Frühgeschichte der Stadt Zschopau, Manuskript

Baumann,-W. / Gauß, H, Die Grabung auf Burg Rabenstein in K.-M.-Stadt, Vorbericht in : Ausgrabungen und Funde, Au F 4, S. 155 – 158

Bernstein, A, 1927 / 28, Die Topographische Entwicklung der Stadt Chemnitz bis

zur Ummauerung ( etwa 1371 ), Mitteil. des Vereins Chemnitzer Geschichte, in MVChG 26, S. 11 – 52

Böhm, A, 1980, Die Reise des jüdischen Händlers Ibrahim ibn Jakub 973 von Magdeburg nach Prag, Erzgebirgsche Heimatblätter in EHZ 5, S.106 – 109

Bursiau, K, 1938, Die alte Salzstraße – frühere Verkehrswege über das Gebirge,

In „Vom Silbernen Erzgebirge „ Bd1, Schwarzenberg, S.46 – 51

Hosak,L, 1965, Mittelalterliche Straßenverbindungen von Böhmen nach Sachsen

und in die Oberlausitz, Sächsische Heimatblätter SHbl 11, S.21 – 24

Kobuch,M, 1983, Die Anfänge der Stadt Chemnitz, in Arbeits – und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalspflege AFD 26, S. 139 – 162

Hemleben, I, Löschner, H, Voigt,I , Meiche, A, Schurtz, M, Simon, A, Wiechel, H, 1911

Aus dem Stadtarchiv Chemnitz, Heft 6:

S 68: „ – benutzt werden die Stege ( für Fußgänger, Packtiere u. ä. ) anfangs hauptsächlich von Händlern, die vor allem Salz aus dem Hallenser Raum nach

Böhmen transportierten“.

S 68: … dass der Bischof Arn von Würzburg bei seiner Rückkehr von einem Zug

Nach Böhmen in der Nähe des Chemnitzflusses und an der Straße nach Norden

überfallen worden war.

Des weiteren ist eine Reise des Arabers Ibrahim ibn Jacub von Magdeburg nach Prag im Jahre 965 bzw. 973 überliefert.

-aus Richtung Rabenstein kommend den Harthweg folgend, über die jetzige Enzmann- und Reichsstraße zum Falkeplatz. In der Nähe dieser Furth wurde die Nikolaikirche ( eine Kaufmannskirche ) gegründet.

Rainer Tippmann: Funktionsorientierte neue Sicht……

„Um die wende des 11. zum 12.Jhd. ist am heutigen Stadtraum von Chemnitz

bereits ein Fernweg hohen Alters vorhanden gewesen. Es war eine „Salzstraße“

„Böhmischer Weg“, die in Halle begann und über Borna und Penig nach Prag verlief.

…Leipziger Straße in Chemnitz über die Reichsstraße in das Gelände der Nikolaivorstadt ins Stadtgebiet einläuft, Eigentlich ein „Böhmischer Weg“ ist.

Ingun Arnold :

S.7, IIa) Straßen in der Innenstadt, 2.Anstrich

„ Der nördliche Teil des Neumarktes fungierte als Salzmarkt (1495 ), denn Markgraf

Wilhelm hatte 1393 das Privileg des alleinigen Salzhandels an Chemnitz vergeben.

( Hinweis: Damit mussten alle umliegenden Ortschaften ihren Salzbedarf in Chemnitz decken! )

Renate Wißuwa, Promotion A
S.33, „damit sind die böhmischen Steige des Erzgebirges kaum exakt im Gelände festzulegen oder gar mit heute bestehenden Wegen zu identifizieren.

S. 46, In der Nähe von Zschillen ( Wechselburg ) existiert 1174 eine „Bohemica

Semila“

S.47, In einer Urkunde von1185 über die Grenze des Altzellaer Klostergebiets bekommt man Kunde von einem „Böhmischen Steig“ in Bockendorf, Kreis Hainichen.

Eine weitere Nennung dieses Steiges erfolgte 1284.

Sayda ist im 13.Jahrhundert als Zollstelle bezeugt.

S.62, Zwangsläufig fällt der Blick auf Furth / Glösa, wo der Peniger Steig den Fluß quert.

S.77, 3.2.2.1 Entwicklung vom Steig zur Straße

Die böhmischen Steige dienten …. , wobei vor allem der Salzhandel eine große

Rolle spielte.

S.81, 2….

….die auf naturalwirtschaftlicher Grundlage beruhenden Steige existierten bereits vor der Besiedlung und damit teilweise vor dem Bergbau und sicher auch vor dem Burgenbau. Die ersten urkundlichen Erwähnungen für die böhmischen Steige liegen zwar erst für die Mitte des12. Jahrhundertsvor, ihr Vorhandensein im Frühfeudalismus ist aber im hohen Grade warscheinlich.

S.90, 2.Anstr.

Zwischen Garnsdorf und Auerswalde wurde ein Zuckmantel berührt. Über das südliche Ende von Ebersdorf durchstreift man in südlicher Linienführung das Schösserholz, den Zeisigwald und erreicht schließlich den im Schwarzwald gelegenen Adelsberg, …

S.94,

Auf dem Gebiet der heutigen CSSR stieg der Steig über Nacetiny ( Natschung ),

Jindrichova Ves ( Heinrichsdorf ) bis zum Kamenna Hurba ( Böhmisch Steinhübel ), lief an der Sv. Anna ( Annasäule ) und erreicht über Platno ( Platten ) schließlich Jirkov ( Görkau ) und dann Chomotov.

S. 95

…. Von Penig aus gilt die F95 als richtungsweisend. Etwas östlicher ...... nach Oberreit ein Zuckmantel. Von dort zog die Altstraße über Wittgensdorf und Hei-

nersdorf ( alter Salzsteig ) zur Chemnitzfurth, die in Glösa / Furth zu suchen ist.

S. 103

Der weitere Verlauf wird über Prisecnice, Hasisteyn nach S – O angegeben, wo man Anschluß an die von Reitzenhain über Chomotov führende Altstraße bekam.

S.117

Im Trend der Oberfrohnaer Straße ging es zunächst zwischen Pleißen – und Kappelbach in s – o Richtung weiter.

Westlich der Albert – Hähnel – Kampfbahn zweigt der Harthweg ab, der als Teil der Altstraße angesehen wird und sich allmählich ins Kappelbachtal herabsenkte, um den Kaßberg zu umgehen. Schließlich gelangte man nördlich des Kapellenberges

zur Chemnitzfurt am heutigen Fritz – Heckert – Platz.

Von hier aus muß nach s –o- hin der Anschluß an den von Rochlitz kommenden Steig im Gebiet von Adelsberg gesucht werden.

S.119

Als weiterer Verlauf wird in der Literatur die Führung östlich entlang der Chemnitz beschrieben. Dieses würde heute den Trend der Chemnitztalstraße, Blankenauer Straße, Mühlenstraße und Rochlitzer Straße entsprechen. Über das Klostertor war es möglich ins Stadtinnere zu gelangen. Dieser Verlauf hat den Vorteil, dass die Chemnitz nicht gefurtet werden musste, aber den Nachteil der Überschwemmungsgefahr.

Denkbar wäre nun auch, dass man in Glösa / Furth die Chemnitz überquerte und dann im Trend der heutigen Draisdorfer Straße und Salzstraße am Kloster vorbei

Über das Schlossteichgelände kam, an der Hohen Brücke ( beim Luxorpalast ) die

Chemnitz furtete und durch das Klostertor in die Stadt eintrat.

Die Frankenstraße bestand zu dieser Zeit noch nicht. In der Stadt vereinigten sich alle drei Straßen und wurden als ein Strang durch das Johannistor, das für den Fernverkehr nach Böhmen demnach die entscheidente Rolle spielte, entlassen

S. 120

Von der Johanniskirche aus verhielt man sich zunächst östlicher als die heutige Zschopauer Landstraße. Über Gablenz , Adelsberg ( früher Hermsdorf ) durch das Schösserholz, sowie den westlichen Teil von Kleinolbersdorf und Altenhain erreichte

Man etwa beim Gasthof „Goldener Hahn“ den Trend der heutigen Straße.

Kobuch, M., Die Anfänge der Stadt Chemnitz, Arbeits – und Forschungsberichte zur Sächs. Bodendenkmalspflege, Sonderdruck aus Bd. 26,

….. erscheint, dass auf dem linken Ufer des Chemnitzflusses gelegene Umfeld der Nikolaikirche als potentieller Standort einer Kaufmannssiedlung, ….

Mit gewisser Wahrscheinlichkeit wird man sie an dem von Altenburg heranführenden Fernweg im Tale des Kappelbaches lokalisieren können.

S.150,

Bereits vor der Stadtgründung von Chemnitz vereinigten sich im Gelände der Johanniskirchsiedlung wichtige Saumpfade. Dort mündete der 1174 bezeugte Böhmische Fernweg von Leipzig / Rochlitz in die 1143 belegte Straße ein, die von

Altenburg über Zschopau nach Böhmen führte.

Mitteilungen des Vereins für Chemnitzer Geschichte XXVI, Jahrbuch von 1927 – 1928,

Die Topographische Entwicklung der Stadt Chemnitz bis zur Ummauerung

S.17, a) Chemnitz entstand am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen. Die eine von beiden ist zweifellos ein schon in grauer Vorzeitbegangener Weg, der von der Salzstadt Halle nach dem salzlosen Böhmen führte

Böhm, A. Machern, Erzgebirgsche Heimatblätter, S. 106 – 109

Ibrahim ibn Jakub war vermutlich ein aus Spanien stammender Jude, dessen Vorfahren mit den Arabern nach Europa kamen und daher einen arabischen Namen angenommen hatte. Ibrahim muß ein erfolgreicher und bedeutenter Händler gewesen sein, der dem sächsischen Kaiser und den ersten Fürsten des Reiches mit Luxusgütern aus dem Süden Europas und dem Orient versorgte. Als Bezahlungbekam er von den deutschen Fürsten auch Sklaven , die östlich der Elbe

(also bei slawischen Stämmen) gefangen wurden. Diese verkaufte er dann auf den damals größten Sklavenmarkt in Mitteleuropas, in Prag. Bei der Reise 973 von Magdeburg nach Prag handelte es sich vermutlich um einen Transport von Sklaven.

Prag war damals bereits ein wichtiges Handelszentrum im Herzen Europas. Von hier ging ein reger Handel nach Osten ( Krakau, Kiew ) und nach Südosten ( Byzanz ).

Das hallische Salz ging damals vorwiegend nach Böhmen und Polen!

…… vorbei nach Liehmenah ging. Hier trennte sich eine nördliche Trasse, die über

Eilenburg und Belgern als Niedere Salzstraße nach Polen ging, von der Hohen Salzstraße ( über Bautzen, Görlitz nach Südpolen )

Ibrahin ibn Jakub nutzte von Wurzen ab die sogenannte Böhmische Salzstraße.

Hosak, L , Mittelalterliche Straßenverbindungen von Böhmen nach Sachsen und in die Oberlausitz, Sächsische Heimatblätter 11, 1965, S. 21 – 24

Die Kralupper Straße: Prag – Slany – Postoloprty ( Postelberg 9längs der Eger gegen Zatec ( Saaz) zum Gasthaus „Spielhübel“ bei Brezno ( Priesen ) gegen

Kralupy ( Deutsch Kralupp ) wo man für diese Straße noch jetzt die Benennung „ Alte Straße“ benutzt. Oberhalb von Kralupy war das Landestor und die Zollstätte. Bei Reitzenhain überquert die Straße den Bach „Böhmisches Wasser“ und führt dann gegen Marienberg, Chemnitz und Leipzig. Die Straße, die sehr bequem war, erwähnte man schon im Jahre 1132 als „Großer Weg“ ( Hrase ).

Hemleben, I und andere,

Die Geschichtsschreibungerwähnt für das Jahr 892 einen Marsch des Bischhofs Arn von Würzburg. Dieser wurde nach Thietmar von Merseburg bei seiner Rückkehr aus Böhmen ermordet. A. Meiche bestimmt als Ort den Zuckmantel bei Wittgensdorf am Steig Penig – Chemnitz.


Der Weg über den Pressnitz-Paß (Klaus)

(Entstehung und Verlauf)

In alle bisher recherchierten Unterlagen (FP vom29.08.03 und Zeitschrift des Erzgebirgsvereins vom Mai 1939) wird darauf verwiesen, dass der Weg über den Pressnitz-Paß wohl der bequemste und deshalb am meisten genutzte Weg über den westlichen Erzgebirgskamm war.

Dieser Weg ist auch als der „Böhmische Steig“ bekannt, dabei hat es wohl verschiedene Trassen gegeben, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben und je nach Beschaffenheit von den Benutzern variiert wurden. Es wird vermutet, dass er bereits während des 10. Jahrhunderts als Handelsweg für den Austausch von Salz aus der Region Halle und im Gegenzug für Handelsgüter aus Böhmen genutzt wurde.

Im Jahre 1235 wurde, nachdem mainfränkische Bauern das Gebiet besiedelt hatten, das Kloster Grünhain (bei Beierfeld) gegründet, das dann bis1533 zu einem Fixpunkt des Böhmischen Steiges wurde (Die Klosterruine ist noch existent). Das Kloster war im Mittelalter ein wichtiger Ort, an dem sich deutsche und böhmische Fürsten trafen.

Die Orte um den Böhmischen Steig erlebten im Mittelalter viele kriegerische Auseinandersetzungen, da der Weg neben der Nutzung als Handelsstraße auch zunehmend als Heeresstraße Bedeutung erlangte. So wurde Schlettau, ein weiterer wichtiger Ort auf der Südseite des Böhmischen Steiges, mehrfach belagert und ausgeplündert.

Der Weg führte in der Gegend von Kühberg und Jöhstadt (Gasthaus Berghof) auf dem Erzgebirgskamm entlang, etwa dem heutigen Grenzverlauf zu Tschechien folgend.

Auf der heute Tschechischen Seite sind Blechhammer bei Vejprty, wo der Weg die Grenze zwischen dem deutschen und dem böhmischen Gebiet überschritt, und die Burg Hassenstein als Orte am Böhmischen Steig bekannt, bevor er über Komotau und das Egertal nach Prag führte.

Dienstag, 5. Juni 2007

Die Grundidee des Projektes (Christian)

Routes towards Europe – Wege nach Europa

Die aktuelle Herausforderung für die Europäische Union besteht in der Suche nach einer gemeinsamen Verfassung, welche für alle Bürger der Union gültig sein soll. Es geht also nicht um politische oder wirtschaftliche Entscheidungen, sondern um die Menschen, die gemeinsam unter dem Dach der EU leben. Die entscheidende Frage ist dabei, ob sich die Menschen heute oder in Zukunft mit der EU identifizieren oder nicht.

Die Leitfrage des Projektes besteht vor diesem Hintergrund darin, ob es eine europäische Identität gibt, und wenn ja, wie sich diese darstellt oder wie man dahin gelangen kann. Oder mit anderen Worten: „Welche Weg führen nach Europa?“

Dazu muss über folgendes nachgedacht werden:

- Wie würde ich meine eigene Identität definieren?

- Was beinhaltet Identität überhaupt?

- Auf welcher Basis (historisch, religiös, kulturell, politisch, sprachlich,…) steht eine mögliche europäische Identität?

- Welche kulturellen Unterschiede gibt es innerhalb von Europa?

- Welche kulturellen Gemeinsamkeiten gibt es innerhalb von Europa?

Daraus ergeben sich folgende Ziele:

- Wissen um den Identitätsbegriff

- Herausfinden, durch welche Wege (im Sinne von traditionellen Handelsstrassen, Pilgerpfaden, …) Europa in der Vergangenheit verbunden war

- Ideen entwickeln, wodurch heute und in Zukunft die Gesellschaften der EU wieder stärker verbunden werden können

- Abbau von Vorurteilen

- Wege, um Fremdenfeindlichkeit vorzubeugen

- Fähigkeit, in Englisch mit anderen zu kommunizieren

- Fähigkeit, mittels neuer Medien zu recherchieren und mit anderen zu kommunizieren

Umsetzung:

- Beschäftigung mit historischen und aktuellen Entwicklungen in Europa

- Besuche von Museen

- Feldforschung:

o Welche Wege tangieren unsere Region?

o Woher kommen sie und wohin führen sie?

o Wie und wodurch haben diese unsere Region mit anderen Regionen oder Staaten verbunden?

- Dokumentieren der Feldforschung in Form von Kurzgeschichten, Fotos, …

- Dokumentation im Internet veröffentlichen (Story Board)

- Beschäftigung mit den Ergebnissen aus anderen Ländern

- Englischkurse und Computerkurse